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24.11. 2020 Eine News der Einrichtung: CWW Paderborn e. V.

Coronafälle im Heilpädagogischen Therapie- und Förderzentrum HPZ St. Laurentius-Warburg

Es sei inur eine Frage der Zeit gewesen, sagt Karl- Heinz Vogt, Vorstandsvorsitzender der Caritas Wohnen und Werkstätten (CWW Paderborn), "dass Ansteckungen auch bei uns auftauchen". Mit Blick auf die vehement verlaufende zweite Welle der Pandemie im Land habe auch das Heilpädagogische Therapie und Förderzentrum (HPZ) und die Werkstätten mit Corona- Fällen sowohl unter den Bewohnern, als auch unter den Mitarbeitern zu kämpfen.

"Einige Häuser der Außenwohngruppen stehen aufgrund positiv ausgefallener Tests unter Quarantäne", bestätigt Vogt. Um das Krankenhaus zu entlasten, sei bereits zu Beginn der Pandemie im März auf dem HPZ-Gelände eine Isolierstation eingerichtet worden. "Dort behandeln wir jetzt die leichten Fälle selbst", sagt Vogt und meldet derzeitig unter den Betroffenen keine schweren Verläufe.

Vogt hatte im Mai vor allzu schnellen Lockerungen gewarnt. Doch wurden in der Abwägung zwischen Gesundheit und menschlicher Würde die anfänglichen Besuchsverbote aufgehoben. "Nachvollziehbar", weil Begegnungen eben wichtig seien und das menschliche Leben prägten, sagt Vogt. "Unter großen Bauchschmerzen", so Vogt, seien die über den Sommer vom Land angeordneten Besuchsmöglichkeiten geschaffen, ein Besuchsdienst- Konzept unter strikten Auflagen und in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern erarbeitet worden. Wer bei der Anmeldung Fiebermessen und Screening verweigert, bleibt außen vor. Da macht das HPZ vom Hausrecht Gebrauch. Kontakte nach innen und außen seien richtig und sinnvoll, bedeuteten "aber auch eine große Verantwortung", sagt der Einrichtungsleiter.

Vogt hebt die gute Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern in Höxter und Paderborn hervor. Deren Mitarbeiter seien sich der Brisanz der Covid-19-Erkrankung in der Behinderteneinrichtung bewusst. Die Verantwortlichen seien aber auch "sehr angetan" von der Arbeit der eigenen Mitarbeiter, die in dieser Situation wiederum hohes Engagement bewiesen.

Im März war der Betrieb bis auf die Grundversorgung heruntergefahren worden, die Schichten geteilt, um bei Ausfällen vorzusorgen. Vieles hatte sich im Laufe der Monate wieder eingespielt. "Wir stehen am Anfang des Winters", bemerkt Vogt gegenüber der NW besorgt. Niemand wisse, wohin die Infektionslage noch führe. Das Virus werde das HPZ ebenso wie die übrige Gesellschaft noch lange beschäftigen. Personalengpass: "Wir brauchen jede und jeden" Das Pandemie-Team im Unternehmen, das sich aus den Leitungskräften zusammensetzt, bitte aktuell "alle Menschen darum, uns derzeit nicht zu besuchen". Auch Eltern und Angehörige sollten am Wochenende möglichst nicht kommen, um im Sinne der Kontakt-Beschränkungen das Virus nicht weiter zu verbreiten. "Da wir nicht sicherstellen können, dass Begegnungen die Lage in der Kerneinrichtung nicht weiter verschärfen", würden die Bewohner an diesem Wochenende auch in der Einrichtung bleiben.

Personalengpässe: Über die Unterbesetzung in Krankenhäusern und weiteren Pflegebereichen werde in der Corona- Krise öffentlich diskutiert. "Wir in der Behindertenhilfe haben die gleichen Probleme", betont Vogt. "Wir brauchen jede und jeden", betont der CWW-Vorstand. Ärzte, Krankenpfleger, Altenpfleger, die jetzt dringend benötigt werden, erhielten von der Politik Aufmerksamkeit. Aber auch Heilerziehungspfleger, Heilpädagogen und Sozialarbeiter benötigten nicht nur in Corona- Zeiten Anerkennung. "Wir müssen deutlich machen, dass es neben den Kliniken und Seniorenheimen auch die Behinderteneinrichtungen gibt", sagt Vogt und fordert diese Sicht auch von der Politik.

Artikel mit freundlicher Genehmigung des Autors, Dieter Scholz, 23.11., NW