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27.08. 2025 Eine News der Einrichtung: CWW Paderborn e.V.

Aus Betreuung wird so etwas wie Familie

Aus Betreuung wird so etwas wie Familie

Der familienunterstützende Dienst der Caritas entlastet Familien durch eine Begleitperson, die immer mal Zeit mit dem Kind verbringt. Was Ricarda von ihren Erfahrungen in den Jahren mit Jasper berichtet.

Paderborn. Drei, vier, fünf – platsch. Jasper sitzt am Ufer und wirft Steine ins Wasser. Zwischendurch geht sein Blick immer wieder zu Ricarda. „Riciii, guck mal!“. Sie lächelt und ruft „Ja Jasper, ich sehe dich.“ Auf Anhieb erkennt man, wie viel Vertrauen und Nähe über die Jahre zwischen den beiden gewachsen ist.

Denn seit rund acht Jahren begleitet Ricarda laut einer Pressemitteilung den inzwischen fast Elfjährigen einmal pro Woche für vier bis fünf Stunden, manchmal auch über Nacht. Von Geburt an sind seine beiden Gehirnhälften getrennt. Bei einer sogenannten Corpus-callosum-Agenesie kann es zu einer geistigen Behinderung kommen, was auch bei Jasper der Fall ist.

Zustande kam die Betreuung über den familienunterstützenden Dienst (FuD) der Caritas Wohn- und Werkstätten (CWW) im Erzbistum Paderborn. Aus der anfänglichen Betreuung sei eine enge Bindung geworden. Heute gehört Jasper zur Familie, meint Ricarda. Für sie sei der Kontakt mit Jasper eine totale Bereicherung. „Er gehört einfach dazu. Auf dem Foto von Omas 80. Geburtstag sitzt Jasper ganz vorne in der ersten Reihe.“

Dieses Vertrauensverhältnis mache alles einfacher und schafft Entlastung – vor allem für Jaspers Eltern. „Es ist die einzige Möglichkeit, mit gutem Gefühl zu sagen: Unser Sohn ist woanders gut aufgehoben. An dem Nachmittag haben wir mal Zeit für uns, wir können in Ruhe in die Stadt, zum Sport oder einfachmal Essen gehen. Ricarda macht viele tolle Sachen mit ihm, die wir im Alltag einfach nicht hinbekommen“, erzählt Jaspers Mutter. Für ihre Betreuung bekommt die 36-Jährige eine Aufwandsentschädigung.

Die Schritte zu einem Engagement

Wer sich für ein Engagement im familienunterstützenden Dienst interessiert, führt zunächst ein persönliches Kennenlerngespräch mit dem Team. Was kann sich die Person vorstellen? An welcher Betreuungsform hätte sie am meisten Spaß? Anschließend werde mit viel Erfahrung und Feingefühl entschieden, welche Begleitung gut passen könnte. Beim ersten Treffen ist eine Fachkraft vom FuD dabei – ganz in Ruhe, zum Reinschnuppern. Und dann wird gemeinsam entschieden: Passt das? Möchten wir weitermachen? Entscheiden sich die beiden Parteien für eine Betreuung, dann erhält die betreuende Person für ihre Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung.

Es sei ein Angebot mit Herz – für Familien, die Entlastung brauchen, und für Menschen, die etwas Sinnvolles tun möchten. Weitere Informationen zur Mitarbeit beim familienunterstützenden Dienst (FuD) gibt es für Interessierte im Internet unter www.cww-paderborn.de/fud oder unter Tel. 05251 28890.

Der Verein Caritas Wohn- und Werkstätten im Erzbistum Paderborn (CWW Paderborn) hat seinen Sitz in Paderborn. Er bietet in 40 Einrichtungen und Diensten der Alten- und Behindertenhilfe rund 4.000 Menschen Begleitung und Betreuung und beschäftigt mehr als 2.600 Mitarbeiter. Die Einrichtungen und Dienste der Behindertenhilfe befinden sich schwerpunktmäßig in den Kreisen Paderborn und Höxter. Die Einrichtungen der Altenhilfe erstrecken sich über das gesamte Erzbistum Paderborn. Der Verein gliedert sich in drei gemeinnützige GmbHs (Wohnen, Werkstätten, Altenhilfe).

Neue Westfälische, 23/24. August 2025. Der Text ist urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion.

Weitere Infos rund um den Familienunterstützenden Dienst finden Sie hier