CWW unterzeichnet Kooperationsverträge
Ein Vertrag mit Tiefenwirkung
CWW Paderborn vereinbart für HPZ und Laurentius-Schule Kooperationen mit Realschule und VHS
Warburg. Eine intensive Zusammenarbeit hat der Caritas Wohn- und Werkstätten im Erzbistum Paderborn e. V. (CWW Paderborn) mit der Realschule Warburg sowie der Volkshochschule (VHS) Diemel-Egge-Weser feierlich vereinbart. Damit erhält eine seit Jahren bestehende Zusammenarbeit einen neuen Charakter. Entsprechende Kooperationsverträge unterzeichneten der CWW-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Vogt für den Rechtsträger des Heilpädagogischen Therapie- und Förderzentrums (HPZ) St. Laurentius-Warburg sowie Realschulleiterin Claudia Güthoff und Dr. Andreas Knoblauch-Flach, stellvertretender Leiter der VHS. Die Verträge gelten auch für die Laurentius-Schule sowie den CWW-Fachdienst Kultur, Ehrenamt, Freizeit und Reisen. „Solch ein Vertrag hat Tiefenwirkung – bis in die Herzen der Menschen“, sagte Karl-Heinz Vogt. Ganz besonders freue ihn, dass der Auftrag der UN-Behindertenrechtskonvention zu einem inklusiven Miteinander in der Stadt Warburg gesehen werde, sagte Vogt. Häufig werde dieser Auftrag an die ganze Gesellschaft auf eine Verpflichtung der Einrichtungen der Behindertenhilfe reduziert. „Das ist nicht gemeint“, betonte Vogt. Vielmehr sei der Wunsch nach einer gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben ein Auftrag an jeden Einzelnen.
Realschulleiterin Claudia Güthoff hob die langjährige Zusammenarbeit zwischen HPZ und Laurentius-Schule sowie der Realschule hervor. „Bei jeder gemeinsamen Aktion erleben wir, wie bunt das Leben sein kann.“ Dazu gehören musikalische Aktionen, Gottesdienste, Sport- und Schwimmveranstaltungen oder auch die Betriebsrallye der Klasse 8 im Rahmen der Berufsorientierung. „Es passiert Begegnung, wir erleben oft Heiterkeit, ein Zugewandt-Sein, das wir woanders manchmal vermissen“, sagte Claudia Güthoff. Der Kooperationsvertrag sei „ein deutliches Zeichen der Verbundenheit“, ein Zeichen gegen falsche Maßstäbe in der Gesellschaft. „Oft gilt nur der etwas, der etwas weiß oder kann.“ Schülervertreter der Laurentius-Schule, der Realschule sowie der HPZ Bewohner-Beirat schilderten beispielhaft, was die Zusammenarbeit für sie konkret bedeutet: „Wir singen zusammen, wir beten zusammen, wir lachen miteinander.“
Von der „enormen und positiven Wirkung“ gemeinsam gestalteter VHS-Kurse berichtete der stellvertretende Leiter Andreas Knoblauch-Flach. „Ich bin stolz darauf, dass wir als VHS Farbtupfer setzen und Menschen mit Behinderung helfen können, das Leben positiv zu gestalten.“ Aus persönlicher Betroffenheit heraus berichtete er von einem gegen Ende des 2. Weltkrieges verstorbenen, künstlerisch veranlagten Verwandten, der aufgrund einer Behinderung in einem damals so genannten „Irrenhaus“ lebte. „Er hatte als Mensch mit Behinderung bei weitem nicht die Chancen, wie sie das HPZ den Bewohnern heute bietet.“ Die VHS veranstaltet seit zwei Jahren Kurse der Grundbildung. Kursleiterin Annette Scholze berichtete von den ersten Teilnehmern aus dem HPZ, die alle schon Misserfolge beim Lesen und Schreiben lernen hinter sich hatten. „Aber sie hatten den Mut, neu anzufangen.“ Die Fähigkeit zum Lesen sei eine Schlüsselkompetenz zu einem selbständigeren Leben.
Dankbar für „die vielen schönen Begegnungen“ in der Zusammenarbeit zeigte sich die CWW-Kulturbeauftragte Ute Dohmann-Bannenberg, die die Kooperationen angebahnt hatte. Die Verträge gelte es nun auch weiterhin mit Leben zu füllen.
Foto oben: Vereinbaren eine enge Kooperation (von links): Dr. Andreas Knoblauch-Flach für die VHS Diemel-Egge-Weser, Claudia Güthoff für die Realschule Warburg und der CWW-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Vogt für das HPZ, die Laurentius-Schule und den CWW-Fachdienst Kultur, Ehrenamt, Freizeit und Reisen.

